Literatour - Prix Laurence
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Le (les) texte(s) de: Natascha Ewert
Das Jahr, an dem Matthias Schweizer mich toll fand.
Das Jahr, an dem Matthias Schweizer mich toll fand. (Auszüge aus dem Roman, Namen wurden geändert)
Paula ist 13 und besucht die achte Klasse. Noch schlimmer könnte es nicht gehen. Erstens hat sie keine richtigen Freunde, zweitens hat Matthias ihr Herz gebrochen und drittens sind ihre Noten in Mathe nicht gerade gut. Das sind Kleinigkeiten, sagt Frau Julie, ihre ältere Nachbarin. Paula findet das nicht. Doch sie könnte jeden Tag weinend nach Hause gehen und der Welt den Rücken zukehren. Das war ihr Plan bis Papa ihr einen MP3-Player zu Weihnachten schenkt und Musik draufsetzt. Vorbei sind die Tage, wo sie stundenlang nachmittags ein Buch nach dem anderen liest. Denn es wird getanzt, gesungen und geschrieben. Durch Musik entdeckt Paula unbekannte Seiten an sich und wird selbstbewusster, schöner und klüger. Bono und seine Band machen sie zur Muse, ABBA verwandelt sie in die ‘Dancing Queen’ und finally, but not least helfen ihr die Lieder von Indochine niemals im Leben aufzugeben und an ihre Träume zu glauben. Frei nach dem Motto: Sei frech und wild und wunderbar! ( von Astrid Lindgren)
1. Kapitel
Luxemburg, den 6. Dezember 2005
Liebes Tagebuch,
Ich habe etwas sehr Dummes getan. Ich habe Mister Superstar, Vollidiot und Märchenprinz zugleich Matthias Schweizer ( ja, so heisst er), einen Liebesbrief geschrieben (?!) Was ist in mich gefahren? Es hat nicht mal eine halbe Stunde gedauert bis jeder es zu Lesen bekommen hatte. Toll, Paula! Das hast du wirklich super gemacht! Deine Enkeln werden stolz sein.!!! Ich könnte mich verstecken und tagelang darüber ärgern. Ich habe es bis jetzt niemandem erzählt. Es ist sooo peinlich, ja und so kindisch zugleich. Ich bin 13 und was habe ich bis jetzt erreicht? Das ein Junge zu mir kommt und sagt: “Paula, ich will gar nichts von dir” und zwar vor allen Mädchen.
“Hey, Paula?”, rief Matt mir zu. Ich drehte mich um und schaute ihn fragend an: “Ja?” “Du siehst scheiße aus.!”, sagte er und grinste mich frech an. “Danke, du auch!”, gab ich zurück und drehte mich um. Arschloch, Arschloch, du hast meinen blöden Liebesbrief nicht verdient.
“Warum sind die Jungs so gemein zu mir? Sie sagen, dass ich hässlich und verrückt bin., fragte ich meine Tante. Bevor sie etwas sagte, war Onkel Jamal viel schneller. “Weil sie unsicher sind!” “Unsicher? Wenn ein Junge aber zu mir sagt, dass ich “scheiße” , Oma warf mir einen verichtenden Blick zu, “ äh, hässlich aussehe, zeigt er genug Mut, um mir zu sagen, wie er mein Aussehen findet., entgegnete ich. Meine Schwester kicherte. Na warte bis du dreizehn wirst, dann wird dein Lachen auch entgehen, wenn ein Junge das zu dir sagt. “Ja, aber, das meinen sie nicht so. Sie sind dreizehn und Jungs in diesem Alter können sehr unreif sein. Die meisten, aber nicht alle.”, erklärte Tante Nadine. “Müssen wir diese Unterhaltung führen?”, fragte mein Vater und verdrehte die Augen. “Ja, wir müssen. Es ist eine lebenswichtige Mission. Sonst geht die Welt unter!.”, antwortete meine Tante ganz selbstsicher mit einem Hauch Ironie. Ich will auch so schlagfertig sein. Meine Oma lächelte nur und sagte: “Ihr benehmt euch noch genauso wie vor dreißig Jahren als wärt ihr selbst im Paulas Alter.” Ich musste dabei lachen: “Ja, aber die Mode war ganz anders.” “Aber die Themen sind noch immer die gleichen.”, verriet Tante Nadine mir. “Komm, wir gehen in das andere Zimmer!”, schlug sie vor. Das taten wir immer, wenn ich spezifische Fragen hatte über Jungs, Sexualität and alles was einen interessiert, wenn man dreizehn ist. Meine Schwester wäre zu jung, um diese Fragen zu hören und den Männern, das sind Papa, Onkel Jamal und Onkel Nico wäre es sehr unangenehm bei solchen intimen Unterhaltungen dabei zu sein.
2. Kapitel
“Paula Ewert!” Eine junge Frau, Anfang zwanzig versteckte sich hinter dem Vorhang. Es ist dein Auftritt!, sagte Paula zu sich. Jetzt oder nie! Matthias Schweizer wird dich für immer hassen, aber das ist die Gelgenheit! Endlich bewegte sich der Vorhang, ein Fuß tauchte auf, dann der Körper. Es war der Körper einer jungen Frau, einer Frau die es während der Jugend nicht immer leicht hatte. Sie hielt etwas in der Hand. Es war ein Buch. Mehr als ein Buch. Es war ein Tagebuch und kitschig könnte es nicht mehr aussehen. Knallrot mit einem glitzernden rosa Herz drauf. Es hatte sogar ein Schloss.
“Diesmal haben wir eine junge Frau, die aus Europa kommt. Sie wird einen Eintrag aus ihrem Tagebuch lesen, den sie im Alter von 13 Jahren schrieb. Der Eintrag ist schon zehn Jahre her. Ihr könnt euch also schon denken wie alt diese Frau nun ist.” Das Publikum kicherte. Wie bei jeder Veranstaltung, muss der Erzähler ein wenig über sich selbst erzählen und warum er gerade diesen Eintrag gewählt hat, um es vor hunderten von Menschen vorzulesen. Alles wird verfilmt.
Oh, we, oh we! Paula schwitzte vor Aufregung. Es wurde grell. Die Scheinwerfer fielen auf sie und sie stand im Mittelpunkt. Nicht nur wörtlich genommen. Wann hatte sie zum letzten Mal einen Text vor einem Publikum gelesen? Das sind schon ewige Jahre her. Dies ist nicht nur irgend ein Text, es ist ein sehr persönlicher Text und in wenigen Stunden wird die ganze Welt davon wissen, wer ihr sensibles Herz im zarten Alter von dreizehn Jahren gebrochen hat. Ja, Matthias mach dich auf etwas gefasst! Paula nahm das Mikrofon. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und began zu erzählen: Hallo, ähh..oder besser guten Abend. Mein Name ist Paula und ich komme aus einem kleinen Land, das Luxemburg heißt. Vielleicht kennt ihr es oder nicht. Jedenfalls bin ich sehr froh hier zu sein, in New York. In diesem Café. Ich lesen einen Eintrag aus diesem Tagebuch vor.” Sie zeigte dem neugierigen Publikum das kitschige Tagebuch. “Ich bekam das Tagebuch zum zehnten Geburtstag, aber ich began erst regelmäßig darin zu schreiben als ich 13 wurde. Ich weiss noch immer wie es war dreizehn zu sein und was ich getan habe, wie ich mich gefühlt habe und so weiter. …. Und das ist meine Geschichte.
Zehn Jahre vorher. Ein Mädchen mit dunklen, dicken Haaren schrieb etwas während einer Deutschstunde. Die Klasse hatte eine Freistunde, aber die Deutschlehrerin hielt Aufsicht. Sie lächelte. Die Worte mussten einfach raus. Es tut so gut alles aufzuschreiben. In wenigen Minuten würde sie es Matthias gutem Freund Tim übergeben. Aber sie ahnte nicht, wie dieser Brief ihr Verhalten gegenüber Jungs beeinflussen würde. Sie gab Tim den Brief. Er gab es Matt.
“Was, sie hat das geschrieben?”, rief Sarah laut. “Gib her!” und riss den Brief aus Christians Hand. “Nein, das hätte ich nie gedacht”, brüllte Pierre los und prustete. “Matt, jemand hat dich gerne! “, sagte er zu Matthias. “Und es ist Knätschi Hatschi!", sagte Sandro. Matthias drehte sich zu Paula um. Paula wurde knallrot. “Jetzt weisst er es! Es ist raus und jeder weiss es. Es hat nicht mal eine halbe Stunde gedauert, bis die ganze 8B den Brief gelesen hat. Paula hat es sich ganz anders vorgestellt. Diskret und romantischer. Aber nicht so!
Nach der kleinen Pause.
Paula träumte weiter vor sich hin bis jemand ihren Namen sagte. Paula schaute auf. Es war Matthias und er stand vor ihrem Tisch. Ein Tisch voller Mädchen. Matthias schaute sie direkt mit seinen grünen Augen an. Paula sah Angst in seinen Augen. Es war ein flehender Blick. War sie die Einzige, die das sah. “Paula, ich will nichts von dir!”. Das waren seine Worte. Paula wurde blamiert. Es wurde still. Manche kicherten. Paula könnte weinen. Doch sie schluckte ihre Wut herunter wie immer. Sie sagte nichts. In den nächsten Tagen und Wochen wird sie aufgezogen werden. Paula weinte nicht darüber. Das war ihr Nikolaustag. Sie erzählte es niemandem. Es war ihr Geheimnis. Nicht gerade ein großes Geheimnis. Denn die ganze Klasse 8B wusste, dass sie Matthias Schweizer einen Liebesbrief geschrieben hat. Doch sie erzählte ihren Eltern nichts davon. Nur dass es einen Jungen in der Klasse gibt, der sie toll findet. Jedes Mal, wenn sie ihre Grossmutter alle zwei Wochen mittwochs in der Mitttagspause für das Mittagessen besuchte, sprach sie von ihm. Matt war ihre Inspiration und die Geschichten, die sie ihrer Oma erzählte, heiterten sie auf. Sie zauberten ihr ein Lächeln ins Gesicht. Es waren keine besonderen Geschichten, denn alles passierte in der Schule. Doch es ging um Liebe und Verliebtsein. Diese Geschichten mochte schlussendlich jeder, aber ihre Oma liebte sie, weil sie an ihren verstorbenen Mann erinnerte, Opa. Und Opa war richtig verliebt in sie. Es war Liebe auf den ersten Blick. Paula konnte jedes Mal zuhören, wenn Oma ihr erzählte wie sie Opa in der Großgasse zum ersten Mal begegnete. Sie wurde nie satt von diesen Geschichten und genauso war es mit Matthias Schweizer. Es genügte nur diesen Namen auszusprechen und schon war Oma hin und weg.
Aber Paula sagte nur gute Sachen über ihn. Die Szene vom sechsten Dezember verschwieg sie. Wie viele Sachen. Doch es gab jemanden, dem sie alles anvertraute und das war ihr Tagebuch. Ihr Tagebuch wurde ihr treuer Begleiter. Er war ihr Freund, ihre Waffe und Kummerkasten zugleich. Paula hatte schon mit acht Jahren angefangen Tagebuch zu führen. Doch es war erst in der achten Klasse, wo sie regelmäßig etwas reinschrieb. Es war mehr als nur etwas Reinzukritzeln und das Schloss zu sperren damit ihre kleine Schwester Edie es nicht lesen konnte. (Trotzdem gelang ihr das nicht, weil am Ende ihre Schwester sich köstlich mit ihrer besten Freundin Margot über die Erlebnisse, die sie schrieb, amüsierte.) Wenn sie ihre Füllfeder nahm und die Kappe abnahm, die Feder das Papier berührte, flossen ihre Wörter heraus. Paula musste sich nicht anstrengen, wenn sie schrieb. Denn die Worte sprudelten einfach heraus sobald sie an all die Geschehnisse dachte. Mit Musik ging es auch schneller! Ein Ton, eine Erinnerung und bähm, bähm, bähm, nein eher tada, tati, tada, tati….
Nach der Kunststunde wurde die Stimmung nicht besser. Sie schauten sich in der Biologiestunde einen Film über Fortpflanzung von Tieren an. Als die Klassenkameraden einen Frosch sahen, der sich mit seinem Weibchen ein Ei produzieren wollte, konnte Katharina sich nicht verkneifen diesen Kommentar ganz klar und laut abzuliefern: “Das sind Matt und Paula!” Super, Katharina! Vielen Dank, besser kann es nicht werden. Nach dem Kuss kommt sofort die Steigerung: Geschlechtsverkehr und daran dachte Paula überhaupt nicht. Das Leben ist voller Wunder und es ist schon ein Wunder, dass Paula es gewagt hat: “Ich liebe dich, Matthias Schweizer!” mit voller Leidenschaft aufs Papier zu schreiben. Georges und Christophe saßen ganz hinten und bauten wieder Mist, indem sie Knallfrösche auf den Boden warfen. Paula wollte nur nach Hause und zählte die Minuten, die übrig blieben. Es dauerte nicht lange bis sie aus dieser Hölle rauskam. Wie wird sie wohl den Rest der Woche oder besser des Trimesters bestehen?
3.Kapitel
Ihr blieb wohl nichts anderes übrig als morgen aufzustehen und zur Schule zu gehen. Nun ist es offiziell: Paula war in Mr. Superstar und Klassenschwarm Matthias Schweizer verliebt und war jetzt definitiv zum Gespött der ganzen 8B geworden. Eine Urkunde mit dieser Bestätigung würde das Ganze abkrönen! Doch mit jedem neuen Tag, näherten sich die Weihnachtsferien und davon wird Paula sich die Laune nicht verderben lasssen. Es waren ihre Lieblingsferien, denn sie liebte Weihnachten über alles, aber an den Nikolaustag von diesem Jahr wird sie sich ewig erinnern. Das einzig Gute an diesem Brief war, dass ihr die Gefühle nicht mehr auf den Magen drückten. Es war raus. Alles, aber es dauerte Jahre bis sie ihrer Familie und besten Freunden von diesem Tag mit diesem Liebesgeständnis erzählte.
Paula ging jeden Tag nach der Schule heim. Sie setzte immer ein Lächeln auf, auch wenn es ihr nach Weinen zumute war. Ihre Eltern merkten nicht, dass sie sehr traurig war. Sie lernte für die letzten Prüfungen, machte ihre Hausaufgaben und ging zur Tanzschule. Das Tanzen machte ihr auch keinen Spass mehr, weil jedes Lied zu dem sie tanzen mussten sie an Matt erinnerte. Dieses Gefühl verstärkte sich sehr wenn Madonnas Song “Cherish” lief. Ihr wurde klar, dass sie Liebeskummer hatte. Paula hatte Liebeskummer und es tat weh. Es tat verdammt weh und sie konnte mit niemandem darüber reden. Sie weinte nicht. Warum? Aus Stolz. Sie wollte wegen einem Jungen nicht weinen. Sie weinte, wenn sie eine schlechte Note bekam oder wenn wieder einer von ihren Klassenkameraden sie verärgerte. Aber wegen Matthias würde sie nie weinen! Eines Tages wird er es bereuen Paula so bloßgestellt haben. Trotzdem konnte Paula ihm nicht richtig glauben was er damals zu ihr gesagt hat.
Es war der letzte Tag des ersten Trimesters. “Hurra!”, dachte Paula, “ich werde jetzt für mehr als zwei Wochen meine Ruhe haben und diese Klasse inklusive diesen Mistkerl nicht sehen.” Es klingelte endlich. “So ich wünsche euch schöne Weihnachtsferien. Wir sehen uns im Januar wieder.” , verabschiedete sich die Klassenlehrerin. Einige von Paulas Klassenkameraden umarmten sich und sagten “Aufwiedersehen!” und solchen Quatsch wie “Ich werde dich vermissen!”, Gottsei dank haben wir MSN!” und blablabla…
5. Kapitel
“Mist!”, schimpfte Paula am Morgen, an dem Tag wo die Schule begann, “ich komme zu spät!”. Paula rannte durch die ganze Wohnung. Was zum Teufel soll sie anziehen? Sie muss gut aussehen. Mama versuchte sie zu beruhigen: “Paula, du könntest die braune Bluse anziehen? Ich habe sie dir extra vor deinem Kleiderschrank aufgehangen?” Die braune Bluse, wo Rock’n Folk draufsteht. Die war ein bisschen eng und sie würde garantiert darin schwitzen. Okay, sagte sie zu sich. Es ist nur ein Schultag und nicht nur das Aussehen zählt. Sie hat keine Zeit zu verlieren. Paula nahm die Bluse und den Rock mit der passenden Strumpfhose, den sie schon gestern auf ihrem Schreibstisch sorgfältig hingelegt hat. Noch nie hat sie sich so schnell angezogen. Als sie aus ihrem Zimmer herauskam und zur Küche hetzte, saß ihre kleine Schwester Edie beim Tisch und aß gerade ihr Frühstück. Egal was sie anziehen würde wie dieser Latzrock, sie würde immer süß aussehen. Sie nahm gerade ein Bissen von ihrem Käsebrot und machte große Augen. “Paula, du siehst toll aus!”, lobte sie ihre große Schwester mit vollem Mund. “Danke, Kleine, du übrigens auch.” Zwinkerte Paula ihr zu. “Tu ich nicht!”, sagte sie. “Doch, so ich muss jetzt los. Viel Glück!” Paula wollte schon die Tür hinter sich schließen, bis ihr etwas einfiel. Sie kehrte zu ihrem Zimmer zurück und nahm ihren neuen MP3-Player, der sich neben ihrem Schlafkissen lag. Sie musste wohl bei der Musik von Genesis eingeschlafen sein. “Was ist denn jetzt schon wieder?”, sagte ihre Mutter., “Paula du solltest dich nicht so stressen am Morgen! Jetzt geh, du kommst zu spät!”, mahnte ihre Mutter.
Endlich verließ sie die Wohnung. Nun die richtige Musik wählen und zur Schule rennen. Beim ganzen Schulweg, hörte sie “Shania Twains “That Don’t Impress Me So Much” und Indochines “Dizzidence Politik”. Ja, sie hat Deo aufgetragen, aber Flecken würde sie trotzdem bekommen. Sie hatte nur noch fünf Minuten und war noch nicht drinnen. Als sie die Treppen hinaufstieg, standen kleine Grüppchen von Schülern, die entweder noch draussen quatschten oder eine Zigarette rauchten. Paula sah mit ihren Stiefeln und dem Rock wie eine Verrückte aus, weil sie so schnell darin lief. Normalerweise sahen Frauen in Röcken elegant aus und sie würden es nicht wagen wie eine von der Tarantel gestochen darin wie Paula laufen. Nein, Paula sah nicht sehr elegant aus, aber sie erregte trotzdem Aufsehen, weil sie etwas Blaues in der Hand hielt. Dieses blaue Ding, das mehr nach einem Schminkspiegel aussah, war ihr MP3-Player. “Wer zum Teufel ist das denn?”, fragte ein älterer Schuler seinen Kumpel, der gerade eine Zigarette anzündete. “Keine Ahnung, aber irgendwie erinnert sie mich an jemanden.”, sagte sein Kumpel. Hübsch sieht sie aus. dachte er. Was glotzt der mich so an, fragte Paula sich als sie dieser Gruppe näherte. So und jetzt Richtung Klassensaal. 8A und 8B waren die Einzigen, die im Erdgeschoss des Nordflügels in der Nähe der Cafeteria befanden. Die anderen Achtklässern mussten in dem hässlichen, grauen Containergebäude sitzen, wo anscheinend die Heizung nicht funktionierte und man sich wie der Weihnachtsmann warm einpacken musste, um die Kälte zu überstehen.
Paula rannte weiter. Sie sah wie ihre Klassenlehrerin die Tür schließen wollte, doch Paula schrie ganz laut: “Halt! Ich komme!” “Ihre Lehrerin schaute überrascht auf. “Oh, hallo Paula. Keine Sorge, du bist nicht die Letzte.!”, beruhigte sie das junge Mädchen und lächelte sie an. “Hallo, Frau Martin!”, sagte Paula und musste kurz nach Luft schnappen. Endlich! Als sie die Klasse betrat, sagte niemand ihr Hallo bis vor einigen Ausnahmen. “Hallo Paula!”, rief Pierre ganz laut. “Hallo!”, sagte Paula ganz leise. Nein, von dir habe ich nicht einen Gruß erwartet. Jetzt schauten einige zu ihr rüber, doch sie redeten wieder miteinander weiter. Sie hatte noch ihren braunen Mantel an. Als sie zu ihrem Platz ging, zog sie sie sich aus, doch es dauerte nicht eine Sekunde bis Paula spüren konnte, das jemand sie anstarrte. Paula wurde rot. Es war Matt. Sie strich eine Strähne hinter ihrem Kopf. Sie hatte einen hohen Pferdeschwanz an. Paula wusste nicht, wie sie aussah. Sie hatte keine Zeit sich im Spiegel anzusehen. Ja, sie hatte keine Brille an, aber sie musste dieses hässliche Ding gleich auspacken, um etwas an der Tafel lesen zu können. Aber sie wusste nicht, dass dieser Rock ihre Taille betonte. Denn sie warf einen kurzen Blick über ihren Körper. Sie hatte Recht, diese Bluse war eng und der Rock hatte einen A-Schnitt. Das veränderte vieles an einem Körper eines Mädchen, das gleich weibliche Formen bekam, denn sie hatte eine schmale Taille.
Die Klassenlehrerin ging vor die Klasse und begrüßte sie herzlich zum neuen Trimester. Die Klasse konnte ihre Plätze tauschen. Paula saß neben Monique. Viele waren von der Idee entzückt außer Paula. Anscheinend wollte Monique ihren Platz nicht tauschen. Doch es gab Veränderungen. Rick rief Matthias zu sich hinüber, der einfach ohne Scham den Platz vor der Bank von Paula und Monique schnappte, wo Lily und Christina das erste Trimesteter saßen. Die beiden Mädchen saßen jetzt ganz woanders. In Paula stieg Panik hoch. Wenn der sich jetzt vor mir sitzt, kann ich einen ganzen Trimester lang nicht mehr konzentrieren! Bleib nur fern vor mir. Aber nein, Matthias gehorchte Rick und ihm machte es wohl anscheinend nicht aus, dass seine Verehrerin nur wenige Zentimeter hinter ihm saß. Monique konnte spüren, das Paula sehr rot wurde. “Deine Backen sind ja ganz rot!, bemerkte sie. “Ja, mir ist es ein wenig warm hier.”, antwortete Paula. “Echt? Du hast ja nur diese dünne Bluse an.”, sagte Monique ganz schnippisch. Paula wusste schon, dass sie vom Matts hübschem Kopf sich nie sattsehen konnte. Aber sie war nicht die Einzige, die rot anlief. Matts Backen wurden auch rot. Wenigstens sieht er damit im Gegensatz zu mir süß aus. Ihr fiel auf, dass Matt wieder der “Coole” raushing, wenn er mit Rick sprach. Hat die ganze Klasse ihre Tat am Nikolaustag vergessen? Dann fing der Unterricht an und der ganz normale Wahnsinn…
Playlist:
Indochine - L'Aventurier /Dizzidence Politik/Tes Yeux Noirs/ 3 Nuits Par Semaine/Kao Bang
Shania Twain - Up!/ That Don't Impress Me Much/ Ka-Ching
U2 - Mysterious Ways/Sweetest Thing/ Elevation/ Vertigo/ Beautiful Day/ Pride (In The Name of Love)
Whitney Houston - I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)/ I'm Every Woman
Genesis - Paperlate/Misunderstanding/Follow You Follow Me/That's All/ Invisible Touch/Jesus He Knows Me/Paperlate
ABBA - Dancng Queen/S.O.S./Mamma Mia/Angel Eyes
Die Fantastischen Vier- Die Da!?!
Depeche Mode - Just Can't Get Enough/Enjoy The Silence/Precious
Bryan Adams - The Best Of Me/ Run To You/ Here I Am
Black Eyed Peas - Don't Phunk With My Heart/ Don't Lie
Bap - Aff Un Zo
A-ha - Take On Me
Simply Red - Stars/ For Your Babies
The Bangles - Manic Monday/Eternal Flame
Band Aid- Do They Know It's Christmas?
envoyé le / eingesendet am: 07:55 Thu, 31 March 2016 par / von: Ewert Natascha Zurück / Retour
Das Jahr, an dem ich meinen Verstand verlor.
Das Jahr, an dem ich meinen Verstand verlor. (Auszüge aus dem Roman)
1. Kapitel
„Paula, mach bitte die Tür auf!“
„Nein!“
„Mach die Tür auf!“
„Sie sind nicht meine Mutter!“
Sandra riss die Tür auf und Paula stieß einen lauten Schrei aus: „Sie sind nicht meine Mutter, lassen Sie mich in Ruhe!“ Die Krankenschwester sah Paula an und sagte: „Hör auf mit Schreien, du bist kein Kind mehr!“
„Und Sie sind nicht meine Mutter!“, raunzte Paula Sandra an. „Warum lassen sie mich nicht alle in Ruhe, ich hasse diesen Ort. Warum darf ich nicht nach Hause? Ich bin nicht krank. Paula hörte auf mit Schreien und fing an zu schluchzen: Warum kann ich nicht einfach nach Hause?“
„Paula, du bist krank. Du muss solange hier bleiben bis du gesund wirst. Das dauert eine Weile. Aber momentan geht es dir nicht gut. Deshalb bist du hier und wir wollen dir helfen.“, sagte Sandra,
„Helfen? Das nennt ihr helfen? Indem, ich eklige Medikamente einnehmen muss und mit anderen Verrückten klarkommen muss? Da fing Paula mit Weinen an. „Wir reden später!“, sagte Sandra und machte die Tür zu.
Paula zog ihren Pantoffel, der mit Fliegenpilzen bedeckt worden ist, aus und warf ihn gegen die Wand: Scheißort, Scheißpersonal, dachte sie. Da spürte sie plötzlich wie immer um diese Zeit nach dem Mittagessen die Müdigkeit. Sie zog ihren Pullover und ihre Jeans aus und zog den neuen Pyjama, die sie von ihrer Mutter letzte Woche geschenkt bekommen hat, an und legte sich ins Bett. Es war zwei Uhr nachmittags.
2. Kapitel
„Sophie, du bist dran! Wie fühlst du dich?“, fragte Thomas ein mageres Mädchen, das große Augen hatte. „Besser als gestern, weil ich dieses Wochenende meine Familie besuchen konnte. Außerdem bin ich froh, dass ich mehr gegessen habe als gestern Abend.“, sagte Sophie. Paula, saß mit den anderen Jugendlichen auch im Raum für das Briefing. Paula mochte lieber das Briefing am Abend als am Morgen, weil die Jugendliche immer etwas Positives nach dem Abendessen erzählen konnten. Nach Luigi, Lena würde sie drankommen. Sie wusste aber schon was sie sagen würde. Das Schwierige am Briefing war Geduld zu haben für andere die lange brauchten ihre Gedanken auszudrücken, sonst fiel es Paula sehr leicht dem Personal Sachen zu erzählen. Lena wird schon wieder den gleichen Mist erzählen wie gestern, dachte Paula. Sie war nicht die einzige, die das dachte. Lena erzählte tatsächlich das Gleiche wie am vorigen Tag: Sie darf wieder am Sportunterricht teilnehmen, weil sie in den letzten Wochen sich beruhigt hat und netter zu den anderen geworden ist. Thomas nickte und fragte sie: "Wer hat dir das gesagt, Lena?" Lena log und sagte: "Dr. Blau." Thomas entgegnete: "Ich werde mit ihm morgen reden, Lena. Ich glaube, da hast du was Falsches verstanden." Unerwartet blieb Lena ruhig und sagte nichts. Paula konnte Lena nicht richtig leiden und das schon seit dem ersten Tag, als sie ankam. Paula kam eines Nachts mit dem Krankenwagen an. Zwei Sanitäter schoben sie mit dem Rollstuhl ins Krankenhaus. Sie konnte sich noch gut erinnern, als sie in der Schule eines Nachmittags kurz nach Schulschluss als alle Schüler das Gebäude verließen, ausflippte und zu der Musik ihres iPods tanzte. Als sie den Rektor und den Erste-Hilfe Verantwortlicher sah, wurde sie aggressiv und zerriss alle Zeitschriften und nahm die Getränke aus dem Automaten heraus. Da rief der Rektor den Krankenwagen an und Paula wurde abgeschleppt. Sie fluchte und tobte. Im Krankenhaus angekommen, beruhigte sich Paula. Sie war so müde an diesem Abend, dass sie sich nicht mehr erinnern konnte, dass sie vom Chefarzt von der Abteilung untersuchte wurde in Anwesenheit von ihren Eltern. Aber Paula konnte sich noch gut an ihre Halluzinationen erinnern, die sie in der großen Halle bekam. Sie sah die Sanitäter, deren Gesichter sich in Clowns verwandelten, sie sah Finn, der sie auslachte und mit seinem Laptop saß. Sie hatte dieses klare Bild vor ihrem Gesicht, aber komischerweise konnte sie sich nicht mehr an ihre Diagnostik erinnern.
„Paula, hallo, Paula, bist du noch da?“, fragte Thomas sie und Paula kehrte zurück zum Briefing-Raum. Diese Momente kamen öfter vor und machte dem Personal Sorgen. „Ja, Entschuldigung, Thomas. Aber ich habe an etwas anderes gedacht.““Geht es dir gut?“, fragte Thomas. Paula nickte und sie fing mit Erzählen an: "Insgesamt war der Tag okay, aber manchmal nervt es, wenn ich immer ungewollt müde werde. Ich habe wieder heute eineinhalb Stunden geschlafen. Es geht mir dann besser, aber ich möchte in der Mittagsruhe andere Sachen machen als zu schlafen." Thomas sagte: “Das kannst du bald. Dein Körper muss sich zuerst an die Medikamente gewöhnen. Es ist deshalb normal, dass du dich in den letzten Tagen schläfrig fühlst. Wir müssen die richtigen Medikamente für dich finden, und je nachdem reagiert dein Körper anders darauf. Das ist normal.“ Paula fuhr fort: "Ja, neben den Medikamenten, hat mir die Theaterstunde sehr viel Spaß gemacht, wegen den Übungen. Ich musste oft lachen, wenn ich den anderen zusehen musste." Thomas schrieb das auf und nach Paula kam Nadine, die an Borderline litt.
3. Kapitel
Am nächsten Tag, kam eine neue Patientin an. Ihr Name war Nicole und sie war Halb-Schwedin und Halb-Irin. Die Krankenpfleger wussten nicht wie sie mit dem jungen Mädchen sprechen konnten, weil kaum von ihnen Englisch sprach. Paula musste deshalb für sie übersetzen. Das machte Paula Spaß und sie fand in Nicole eine neue Freundin. Ihr Hobby ist Reiten und sie geht auf ein schwedisches Internat. In den nächsten Wochen entwickelte sich die Freundschaft zwischen Nicole und Paula stark. Sie aßen zusammen, kicherten viel und redeten über ihre Ängste und Probleme. Nicole blieb jedoch nur drei Wochen in der Jugendpsychiatrie. Es dauerte nicht lange, dann konnte Paula auch das Krankenhaus verlassen. Zuerst musste sie jedoch noch in die Tagesklinik.
Am Tag wo Paula sich von der Jugendpsychiatrie verabschiedete legte sie ein Bild von ihr in ein Buch aus der Bibliothek. Derjenige, der es finden würde, würde Glück im Leben bekommen.
3 Monate später
Paula machte sich fertig für die Schule. Sie musste die 12. Klasse wiederholen. Es wird eine Klasse sein mit neuen Gesichtern, dachte Paula. Aber sie lag falsch. Im Gebäude suchte sie nach dem Raum, den auf dem Stundenplan angegeben ist. Plötzlich kam jemand herein. Es war Mike, ihr Klassenkamerade vom letzten Jahr. „Hallo.“, sagte er. „Hallo.", murmelte Paula und verließ sofort den Raum. Sie ging zur Schulpsychologin. Sie selbst wusste nicht wie sie Paula helfen konnte. So gingen sie gemeinsam zum stellvertretenden Direktor. Er schlug ihnen vor mal im Geschichtsraum nachzuschauen ob 12A dort ist. Die Schulpsychologin begleitete sie zum Geschichtsraum und klopfte an der Tür. Tatsächlich, 12A war dort. Paula sah bekannte Gesichter. Das beruhigte sie, weil sie nicht in einer Klasse die ‚Neue’ spielen wollte. Die Schulpsychologin erklärte dem Geschichtslehrer Herr Friedrich das Problem. Dann durfte Paula endlich in ihre neue Klasse reingehen. Welcome back to the real world, Miss Ewert!
envoyé le / eingesendet am: 07:48 Thu, 31 March 2016 par / von: Ewert Natascha Zurück / Retour
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Klaassen Eline
Koob Conny
Kutzner Tessy
Kvaran Einar
Lisiecki Anna
Mahr Anouk
MBO Laura
Munisso Céline
PERSIN Lara
Ruppert Nina
Schuster Franziska-Maria
Spedener Florence
Storn Joseph
Thines Pit
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